Jahrelang habe ich es selbst betrieben ohne wirklich genau zu wissen was ich da tue. Habe mir nach jedem Bewerbungsgespräch Gedanken über Ablauf und Ausgang gemacht. Habe reflektiert, überarbeitet und projeziert. Ich habe in den Jahren meines Lebens gelernt, etwas aus mir gemacht, ein Sammelsurium an Wissen und Erfahrungen geschaffen und mich immer wieder neu selbst vermarktet. Das ein oder andere Mal habe ich mich dabei selbst zu billig “verkauft” aber auch aus dieser Erfahrung wichtige Erkenntnisse gewonnen.
Später dann, wollte ich von der sturen und schulstofflastigen Norm weg und stieß an die Grenzen der ach so genormten Akzeptanz und Toleranz. Wie Michael Böhm in seinem Artikel EGO-Marketing – Die Vermarktung des “Produktes” Ich beschreibt ging ich dann dennoch meinen eigenen Weg und stellte fest, dass auch ich – oder vielmehr meine Kenntnisse und Erfahrungen – ein Produkt bin, das vermarktet werden muss. So stellte ich mich meiner eigenen Analyse und stellte alles in Frage um Wert, Funktion und Alleinstellungsmerkmale festzustellen.
Der Knoten platzte als ich meine erste Bewerbungsmappe im Querformat anfertigte. Völlig unkonventionell, dafür aber funktionell und aussagekräftig fasste ich allen Mut und verschickte exakt 13 Bewerbungen als qualitativ hochwertigen Farblaser-Ausdruck mit Spiralbindung. Zeitgleich reichte ich selbige Bewerbungsunterlagen zur Bewertung im Studium ein und erhielt exakt die Kritik, die ich erwartet hatte: “Sie fallen mit Sicherheit auf und bei den letzten Fünf liegen sie damit im Stapel!” Man sprach und so geschah es, dass auf alle verschickten 13 Bewerbungen die Einladung zum Vorstellungsgespräch folgte.
Die letzte Revision meiner Bewerbungsunterlagen zeigte aber schon bald ein Defizit. Sie war einfach nicht mehr zeitgemäß und passte nicht mehr zu mir. Jetzt musste etwas seriöses her. Erneut unterzog ich mich einer strengen Selbstanalyse und stellte fest, dass Vieles ergänzt werden musste und keine meiner Referenzen authentisch wiederspiegeln konnte, was meine Kollegen über mich aussagten. Die Lösung findet man sowohl auf XING, als auch auf LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken. Gut gepflegt und mit ausreichend Informationen gefüllt, lassen sich die einzelnen Profile ohne Weiteres als Lebenslauf und Referenzverzeichnis heranziehen.
Für geschäftliche Zwecke empfielt es sich zunächst ein kostenloses Profil auf einer renomierten Plattform wie XING zu erstellen. Die “ich suche” und “ich biete” Felder sind dabei sinnvoll mit Tags zu versehen. Einfacher liest sich ein solches Profil allerdings durch das Hinzufügen eines Fließtextes mit angehängten Tags. Zudem stellt eine ordentlich ausformulierte Beschreibung eine höhere Wertigkeit dar und präsentiert das Profil nicht als statische Ansammlung aus anderen Profilen übernommener Schlagworte.
Die Vervollständigung des Lebenslaufs muss nicht bis zum Kindergarten exerziert werden. Vielmehr ist aussagekräfigter, welche Aufgaben und Verwantwortungen einem in jeder einzelnen Position anheim wurden. Bildet dieser Lebenslauf zusätzlich noch eine erkennbare Tendenz der Weiterentwicklung, so lassen weitere positive Eigenschaften den analogschluss offen!
Selbstverständlich sollten die Kontaktangaben so gut wie möglich ausgefüllt werden. Schließlich ist man für das Produkt “EGO” selbst der beste Ansprechpartner. Ergänzen man das Profil durch die Angabe weiterer Publikationen und Internetpräsenzen, die sowohl die eigene Existenz wie das Werken und Schaffen dokumentieren, bietet man dem Profilbesucher zudem gezielt die Möglichkeit sich noch weiter über “das Produkt” zu informieren.
Es steht bei der Veröffentlichung der eigenen Daten nicht zur Debatte, ob man sich nun im Internet “auszieht”. Vielmehr ist die Frage, was man denn von sich preis geben möchte, denn schließlich könnten es ja ALLE sehen. Vielmehr ist zu überlegen, wie man den Interessenten geschickt auf die eigene Person aufmerksam macht und das Interesse weiter steigert.
Im Übrigen kann man über die Einstellungen die Freigabebereiche jedes Profils anpassen.